Mit 17 Membern fuhren wir vom 08. - 10. Dezember noch kurzentschlossen in die Niederlausitz, um gemeinsam den 2. Advent zu begehen. Wir mieteten uns in einem Hotel in Raddusch bei Vetschau im Oberspreewald ein und verbrachten nach Einkehrschwung und Beziehen der Quartiere  einen sehr schönen feuchtfröhlichen Abend.

das Hotel Radduscher Hafen abends Party

Am Samstag ging es nach Lübbenau, dem Tor zum Spreewald. Zunächst besichtigten wir das Spreewaldmuseum. Hier wird das Leben in der Region vom Ende des 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts dargestellt, z.B. ein Kolonialwarenladen, Werkstätten verschiedener Handwerker wie Bäcker, Fleischer, Kürschner, Schuster u.s.w. Das größte Ausstellungsstück aber ist die Spreewaldbahn mit der originalen Dampflok 995703 mit einem autentischen Personen-Packwagen der “Holzklasse” aus dem Jahre 1897.

der Krämerladen im Spreewaldmuseum die alte Dampflok Reisende

Nach soviel Kultur zogen wir zur Hafenweihnacht - dem Weihnachtsmarkt der Stadt Lübbenau am Großen Fährhafen. Mit einigen Bechern Glühwein stimmten wir uns auf die Weihnachtszeit ein. Dann ging es an Bord eines Spreewaldkahns, eines flachen Gleitbootes, welches mit Stocherstangen durch die Fließe und Kanäle des Spreewaldes bewegt wird.

auf dem Weihnachtsmarkt am Fährhafen in Lübbenau die Spreewaldkähne

Unser Bootsführer wusste als echter Spreewälder eine Menge Interessantes zu berichten. Wir fuhren dich an einer am Ufer schlafenden Biberfamilie vorbei. In jedem Boot war ein Lutk, ein fröhlicher Wichtel, an Bord. Unser Lutk erzählte uns Geschichten aus der Sagenwelt des Spreewaldes.

Biberfamilie unser Lutk
weihnachtliche Kahntour

Die winterliche Kahnfahrt führte uns in das Freilandmuseum in Lehde. Hier erhält man einen Eindruck, wie Weihnachten vor über 150 Jahren gefeiert wurde. Der Weihnachtsmann war vor Ort. Ebenso das Bescherkind, eine junge Frau, die im Dorf als nächstes heiraten wird, und sich intensiv darauf vorzubereiten hat. Es gab alte Volksmusik, ein sorbischer Erzähler berichtete über Vergangenes, das weihnachtliche Angebot war Spitze. Um 17:30 Uhr, nachdem alle Kähne Lehde bereits wieder verlassen hatten, zogen wir mit Fackeln zurück nach Lübbenau zum Großen Fährhafen

das Bescherkind auf dem historischen Weihnachtsmarkt in Lehde Erzähler

Ab dem 8. Jahrhundert war die Region vom slawischen Stamm der Luisizi bevölkert. Diese errichteten fast 50 kleine ringwallformige Burganlagen. Diese dienten dem Schutz der Bewohner und als Speicher. Bereits hundert Jahre später werden diese Burgen im Zusammenhang mit den kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem sich entwickelnden Deutschen Reich zerstört oder aufgegeben. Bei Raddusch beginnt man 1984 mit Ausgrabungen einer Slawenburg. Zwischen 1994 und 2003 wird eine slawische Ringburganlage auf dem historischen Grund neu errichtet.

die Slawenburg Raddusch Eingang in der Burg

geschrieben, wie erlebt: Andreas

Mehr Fotos gibt’s in der Galerie.

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